Konfirmation

Konfirmandenfreiziet 2026 nach Berlin
Konfirmandenfreiziet 2026 nach Berlin

Die Taufe kennt jeder aus der Bibel. Die Konfirmation aber ist eine vergleichsweise junge Erfindung. Die Reformation hat viele ihrer Wurzeln in Mitteldeutschland – Luther, die Wartburg, Wittenberg. Doch die Konfirmation, wie wir sie kennen, wurde ein Stück weiter westlich erfunden: in Ziegenhain in Hessen.

 

Im 16. Jahrhundert stritten die Christen heftig über eine scheinbar einfache Frage: Soll man Kinder taufen – oder erst Erwachsene, die ihren Glauben bewusst bezeugen können? Die Fronten waren verhärtet. Landgraf Philipp I. von Hessen suchte einen Ausweg und beauftragte den Reformator Martin Bucer, einen Kompromiss auszuhandeln. Das Ergebnis war klug: Die bereits als Kinder Getauften sollten unterrichtet werden – und erst dann offiziell in die Gemeinde aufgenommen und zum Abendmahl zugelassen werden. So entstand die Konfirmation.

 

„Konfirmation" – vom Lateinischen confirmatio, Befestigung oder Stärkung – bedeutet Bestätigung, und genau das ist sie bis heute: Mit ihrem bewussten „Ja" bekräftigen die Jugendlichen ihre Taufe und legen ein öffentliches Bekenntnis zum christlichen Glauben ab. Dieses „Ja" meinen wir ernst: Wer konfirmiert wird, bekennt sich zum Glauben an den dreieinigen Gott. Das ist kein Lippenbekenntnis, sondern eine bewusste, persönliche Entscheidung – weshalb die Konfirmation bewusst in ein Alter gelegt wird, in dem junge Menschen dazu in der Lage sind. Mit 14 Jahren gelten Jugendliche in der evangelischen Kirche als religionsmündig und dürfen selbst über ihre Religionszugehörigkeit bestimmen. In der Regel findet die Konfirmation daher in der 8. Klasse statt.

 

Mit der Konfirmation eröffnen sich konkrete Rechte und Möglichkeiten: Konfirmierte dürfen ein Patenamt übernehmen, besitzen das kirchliche Wahlrecht und können kirchliche Ehrenämter bekleiden. Und sie dürfen fortan am Abendmahl in allen evangelischen Kirchen teilnehmen.

 

Die Konfirmation ist dabei auch ein Fest des Wandels: Sie begleitet junge Menschen in einer Zeit körperlicher und seelischer Veränderung und ermutigt sie auf ihrem Lebensweg. 

Ein Glaubenskurs – kein Prüfungsstress

In unserer Gemeinde ist der Konfirmandenunterricht als Glaubenskurs gestaltet: In rund zehn Sitzungen, einmal im Monat, treffen sich die Jugendlichen und sprechen gemeinsam über verschiedene Themen des christlichen Glaubens. Es geht nicht um Leistungen, sondern um die großen Fragen: Was gibt meinem Leben Sinn? Was bedeutet Erwachsenwerden? Was glaube ich eigentlich? Die Jugendlichen debattieren miteinander und entdecken gemeinsam, was für ihr Leben wichtig ist. Eine Prüfung am Ende gibt es bei uns nicht. Stattdessen feiern wir einen Vorstellungsgottesdienst, in dem die Konfirmandinnen und Konfirmanden erzählen und zeigen, was sie bewegt und beschäftigt hat.

Einheit zum Thema Gottesbild
Einheit zum Thema Gottesbild

Zum Glaubenskurs gehört auch eine Freizeit – und die ist für viele das Herzstück der ganzen Konfi-Zeit. Hier findet die Gruppe oft erst richtig zusammen, echte Freundschaften entstehen, und wichtige Themen des Glaubens werden mit mehr Zeit und Raum erkundet, als es im monatlichen Treffen möglich wäre. Erwartet wird außerdem, dass die Konfirmandinnen und Konfirmanden die Gottesdienste zu den christlichen Feiertagen besuchen – denn gerade dort lässt sich die Vielfalt des christlichen Glaubens unmittelbar erleben. Eltern sind herzlich willkommen, ihre Kinder zu begleiten und die Gemeinde auf diese Weise selbst kennenzulernen. Eine Mitgliedschaft in einer christlichen Kirche ist dafür keine Voraussetzung.

Konfirmandenfreizeit 2026 nach Berlin
Konfirmandenfreizeit 2026 nach Berlin
Konfitag 2020 in Rudersdorf
Konfitag 2020 in Rudersdorf

Der Konfirmationsgottesdienst

Im feierlichen Konfirmationsgottesdienst steht jede und jeder Einzelne im Mittelpunkt. Gemeinsam mit den Paten wird im Vorfeld ein persönlicher Bibelvers ausgesucht, der im Gottesdienst verlesen wird und die Konfirmierten ein Leben lang begleiten soll. Die Predigt ist eigens auf die Jugendlichen zugeschnitten. Sie werden gesegnet – und erhalten von der Gemeinde eine Konfirmationskerze als bleibendes Zeichen: nicht nur als Erinnerung an diesen besonderen Tag, sondern vor allem als Erinnerung an Jesus in ihrem Leben. Den Abschluss bildet das gemeinsame Abendmahl mit der Gemeinde – Stärkung im umfassenden Sinn des Wortes.

Konfirmation 2025
Konfirmation 2025

Praktisches auf einen Blick

Der Glaubenskurs steht grundsätzlich allen Jugendlichen offen, die mehr über den christlichen Glauben erfahren möchten. Voraussetzung für die Konfirmation ist jedoch die Taufe – evangelisch oder katholisch getaufte Jugendliche können gleichermaßen teilnehmen. Wer noch nicht getauft ist, ist dennoch herzlich willkommen: Der Glaubenskurs kann auch zur Vorbereitung auf die Taufe genutzt werden.

 

Der Glaubenskurs beginnt in der Regel etwa ein Jahr vor der Konfirmation. Getaufte Jugendliche unserer Gemeinde erhalten rechtzeitig eine persönliche Einladung. Glaubenskurs und Konfirmation sind kostenlos; lediglich für die Konfi-Freizeit fallen je nach Reiseziel zwischen 150 und 200 Euro an.


Wer Fragen hat – zur Anmeldung oder einfach so –, ist herzlich eingeladen, sich zu melden: bei Pfarrerin Christin Drexel oder Gemeindepädagogin Diana Schuchert. Kein Anliegen ist zu klein, um nachzufragen.